Peter Lehmann
Der moderne Elektroschock. Wirkungsweise, Risiken, Schäden und Alternativen

Cover Kartoniert, ca. 100 Seiten, 14,8 x 21 cm, ISBN 978-3-925931-82-6. Berlin / Shrewsbury: Peter Lehmann Publishing 2020. Ca. € 16.90. Lieferbar ca. Herbst/Winter 2020 · Vormerkbutton

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Verlagsinfo

Das Buch »Der moderne Elektroschock« liefert verständliche und wissenschaftlich belegte Informationen über die aktuellen Varianten des Elektroschocks, seine Risiken, Schäden und Alternativen.

Psychiater verabreichen in zunehmendem Umfang Elektroschocks, auch zwangsweise, und besonders gerne an Frauen und ältere Menschen. Mit Serien künstlich ausgelöster epileptischer Anfälle sollen psychische Probleme gelindert oder gelöst werden.

In ihrer Aufklärung bagatellisieren Behandler die Risiken und Schäden, allen voran bleibende Gedächtnisschäden und kognitive Störungen (Einbußen von Denkleistungen). Alle Betroffenen, Angehörigen und Mitglieder der Risikogruppen sollten sich ausgewogen über die Wirkungsweise dieses umstrittenen Verfahrens informieren.

Inhaltsverzeichnis

Der Elektroschock und sein Zweck ..... 4

  • Wirkungsweise ..... 4

  • Moderne Technik und Modifikation ..... 5

  • Indikationen ..... 8

  • Weitere Faktoren für die Verabreichung ..... 10

  • Ansprechrate ..... 11

  • Kontraindikationen ..... 11

Unerwünschte Wirkungen des Elektroschocks ..... 12

  • Kognitive Störungen und Gedächtnisverlust ..... 13

  • Weitere neurologische Störungen ..... 17

  • Verwirrtheit, Delir und Suizidalität ..... 17

  • Herz- und Kreislaufstörungen ..... 18

  • Weitere Organstörungen ..... 19

  • Schwangerschaftsschäden ..... 19

  • Probleme beim Beenden von Elektroschockserien ..... 20

  • Lebensgefährliche Schäden ..... 20

Aufklärung, Diskussionen und Kritik ..... 22

  • Aufklärung über Risiken und Alternativen ..... 22

  • Diskussionen pro und contra ..... 25

  • Elektroschock und Psychosoziale Patientenverfügung ..... 31

Fazit ..... 32

Anmerkungen ..... 33

Quellen ..... 35

Einleitung

Wer denkt, der Elektroschock gehöre in die graue Zeit der Psychiatrievergangenheit, hat sich getäuscht. Psychiaterverbände in Deutschland, Südtirol (Italien), Österreich und der Schweiz riefen 2012 dazu auf, flächendeckend Elektroschockapparate anzuschaffen und konsequent, vorbeugend und kontinuierlich Elektroschocks zu verabreichen. Nach der jüngsten Statistik, so ein Artikel im Stern im März 2019, wurden 2016 in Deutschland 5700 Menschen Elektroschocks verabreicht, siebenmal mehr als vor 40 Jahren. In der Schweiz verzehnfachte sich die Elektroschockrate von 2007 bis 2010. Es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass sich die Situation in Österreich anders gestaltet.

Im deutschsprachigen Raum werden derzeit die Elektroschockapparate Thymatron® und spECTrum™ eingesetzt. Produziert werden sie von den US-amerikanischen Firmen Somatics LLC bzw. Mecta Corporation. Sie sind mit einem modernen Design einschließlich LCD/Touchscreen ausgestattet und computergesteuert. Die Wirkungsweise des Elektroschocks – die Auslösung eines großen epileptischen Anfalls – ist allerdings unverändert.

Mit der »Stimulation«, das heißt dem Elektroschock, lösen Psychiater die beabsichtigten epileptischen Anfälle aus, vorwiegend bei Menschen mit sogenannten behandlungsresistenten Depressionen und Psychosen. Mit den in Serien ausgelösten Hirnkrämpfen sollen ernsthafte psychische Probleme gelindert oder gelöst werden.

Heutige Anwender des Elektroschocks bevorzugen durchweg moderne Begriffe wie »Elektrokrampftherapie (EKT)«, »elektrische Durchflutungstherapie«, »Elektrokonvulsionstherapie« oder »Elektrostimulation«. Hersteller und Vertriebsfirmen benutzen in ihren Produktbeschreibungen und Gebrauchsanleitungen nach wie vor auch den eingeführten und allgemein bekannten Begriff »Elektroschock«.

Über den Autor

Foto von Peter LehmannPeter Lehmann. Jg. 1950, Diplom-Pädagoge, heute selbstständiger Autor und Verleger in Berlin. Partner des International Institute for Withdrawal of Psychiatric Drugs (Internationales Institut zum Absetzen von Psychopharmaka). Mitbegründer und bis 2010 langjähriges Vorstandsmitglied des Europäischen Netzwerks von Psychiatriebetroffenen (ENUSP). 2010 Verleihung der Ehrendoktorwürde in Anerkennung des »außerordentlichen wissenschaftlichen und humanitären Beitrags für die Durchsetzung der Rechte Psychiatriebetroffener« durch die Aristoteles-Universität Thessaloniki. 2011 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Weitere Buchpublikationen: Neue Antidepressiva, atypische Neuroleptika – Risiken, Placebo-Effekte, Niedrigdosierung und Alternativen. Mit einem Exkurs zur Wiederkehr des Elektroschocks (2017, gemeinsam mit Volkmar Aderhold, Marc Rufer und Josef Zehentbauer; E-Book 2018); Statt Psychiatrie 2 (2007, hg. gemeinsam mit Peter Stastny, E-Book 2018); Psychopharmaka absetzen – Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva, Phasenprophylaktika, Ritalin und Tranquilizern" (1998; 5. Aufl. 2019, E-Book 2020); Schöne neue Psychiatrie – Band 1: Wie Chemie und Strom auf Geist und Psyche wirken, Band 2: Wie Psychopharmaka den Körper verändern (1996; E-Book 2018); Der chemische Knebel – Warum Psychiater Neuroleptika verabreichen (1986; 6. Aufl. 2010) u.v.m. Mehr über Peter Lehmann